Stress und dein Zyklus: Warum Entspannung keine Option, sondern Pflicht ist
- Martina Müllner

- 20. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Die Gesundheit einer Frau spiegelt sich in ihrem Zyklus.
Bevor du diesen Beitrag weiter liest bitte ich dich kurz die Augen zu schließen und kurz innezuhalten. Einfach zu spüren, was gerade präsent ist. Und dir die Frage zu stellen:
Was bedeutet Stress für dich? Wie nimmst du ihn wahr?
Welche Situationen, Menschen, Gedanken lösen Stress in dir aus?
Stress hat viele Auslöser, Gesichter und Facetten. Jeder Mensch nimmt ihn ganz anders wahr. Mich stresst beispielsweise die tickende Uhr im Raum. Ich merke, wie ich mich zuerst nur darüber ärgere, dann lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los und irgendwie verändert sich auch meine Atmung. Dann mein Herzschlag. Dann muss ich aufstehen und sie aus dem Raum bringen, weil ich mich nicht mehr aufs Schreiben konzentrieren oder gar einen klaren Gedanken fassen kann.
Dann atme ich durch.

Wichtig ist dabei eines zu verstehen, dass Stress in seinem Ursprung etwas Positives ist. Eine klug ausgedachte Unterstützung deines Körpers, um dich durch Gefahrensituationen zu bringen und in diesen Momenten leistungsfähiger zu machen. Er stellt dir in diesem Augenblick zusätzliche Energiereserven zur Verfügung und richtet deine Aufmerksamkeit auf ein Ziel. Heil aus der Situation zu kommen.
Unser Körper funktioniert in den meisten Bereichen noch immer genauso, wie vor tausenden von Jahren. Als unsere Vorfahren noch von wilden Tieren auf der Hut sein mussten. Heute müssen wir nicht mehr vor Gefahren um unser Leben rennen, sondern sitzen beispielsweise vor dem Computer und sind durch die Flut an eintreffenden Mails, Benachrichtigungen von Whatsapp & Co, Anrufen, Multitasking und Terminen völlig gestresst.
Auch dann kann dir ein kleiner Adrenalin-Kick zwar noch dienlich sein, um dich klarer denken und Entscheidungen schneller treffen zu lassen.
Der Haken dabei: wir in diesem Modus hängen.
Der Moment in dem der Körper wieder runter fährt, vom Stress der Anspannung (Sympathikus) wieder in die Entspannung (Parasympathikus) findet, kommt meistens nicht. Wir schütteln die Anspannung nicht ab wie Tiere. Wir ruhen uns nicht mehr wirklich aus.
Dieser Zustand hört in den meisten Fällen nie auf, denn der "böse" Stress ist noch dazu nicht unbedingt die To-do-Liste in der Arbeit.
Auch wenn es lange dauert, es ist möglich irgendwann ein Häkchen unter all die Aufgaben zu setzen. Emotionaler Stress und Belastungen lassen sich im Gegenteil dazu nicht so einfach abschalten, abarbeiten und sind dann auch in der vermeintlichen Erholungszeit präsent: die lärmenden Nachbarn, die laute Straße, die tickende Uhr, die Socken der Kinder am Fußboden, der fehlende Schlaf, der Streit mit dem Partner, die nörgelnden Eltern, schwankender Blutzucker, die Umweltgifte, das Handy, das WLAN und die Bildschirmarbeit... um nur ein Bild zu zeichnen.
Wenn dein Körper dann immer mehr und mehr Stresshormone produzieren muss, um dich bei deinem täglichen Überlebenskampf zu unterstützen, landen wir in einer Stressspirale.
(Hormonelle) Störungen sind
IMMER stressbedingt
Wenn dein Körper immer mehr Stresshormone produzieren muss, landen wir in einer Stressspirale. In Stressmomenten hat dein Körper nur ein Ziel: dich durch die Aktivierung des Sympathikus sicher durch die Situation zu bringen. Er schüttet Hormone aus, die das ermöglichen – und blockiert gleichzeitig alles andere. Er kümmert sich in diesem Augenblick sicher nicht um eine gut funktionierende Verdauung oder die Fortpflanzung. Dort wird als Erstes Energie eingespart.
Wenn du also Probleme mit deinem Zyklus hast, ist das ein wichtiger Hinweis! Besonders, wenn du dich auf dem Weg in die Wechseljahre befindest, wird dieses Thema essenziell. In dieser Phase stellt sich dein Hormonsystem ohnehin um; kommt dann noch chronischer Stress hinzu, reagiert der Körper oft mit verstärkten Symptomen wie PMS, Zyklusschwankungen oder Erschöpfung. Ein reguliertes Nervensystem ist das wichtigste Fundament für einen sanften Übergang in diesen neuen Lebensabschnitt.
Der blinde Fleck:
Warum ein Blick von außen so wertvoll ist
Wir alle haben unsere Routine im Stress. Oft nehmen wir die tickende Uhr, den ständigen Griff zum Handy oder den emotionalen Druck gar nicht mehr als "Stress" wahr, weil er zu unserem normalen Alltag geworden ist. Wir sind "betriebsblind" für unsere eigenen Belastungen geworden.
Genau hier liegt die Krux: Um deine Hormone wirklich in Balance zu bringen, müssen wir die versteckten Stressfaktoren identifizieren. Oft ist es der Blick von außen, der die blinden Flecken aufdeckt. Als Mentorin sehe ich oft Zusammenhänge zwischen deinem Alltag, deiner Ernährung und deinem Zyklus, die du selbst vielleicht übersehen würdest, weil du mitten im Geschehen steckst. Diese Klarheit ist der erste und wichtigste Schritt zur Heilung.
Ich kann dir nicht sagen, wieviele Klientinnen in meine Praxis kommen und mir von Zyklusstörungen, PMS, heftigen Schmerzen, Endometriose, Zysten und Myomen, Schilddrüsenunter- oder überfunktionen berichten. Und es werden erschreckend immer mehr. Auslöser oder mit ein Grund ist in den meisten Fällen - emotionaler Stress.
Nervensystem
Disbalance zwischen Anspannung und Entspannung
schlechter Schlaf und keine Erholung, bis zur völligen Erschöpfung
bis zur völligen Erschöpfung
wichtig für Leber, Niere, Schilddrüse und Nebennieren
Verhältnis von YIN und YANG
Auf- und Absteigende Energien, Männlich und Weiblich, Aktivität und Passivität...
wichtig für ausgewogene Ausschüttung von Östrogen und Progesteron
wichtig für Auf- und Abbau der Gebärmutter und regelmäßigen Zyklus
Verdauung
Stress hemmt die optimale Verdauung
stört oder verhindert die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien, die auch für den Zyklus wichtig sind wie Vitamin B und D, Zink, Folsäure, Eisen
Blähungen, Verstopfung oder Durchfall (auch im Wechselspiel)
Verdauungsfeuer (Agni) wird geschwächt, wichtig zum Aufbau von Blut und Substanz
Blutzuckerhaushalt
Blutzucker gerät durcheinander und Blutzucker-Achterbahnen bedeuten wiederum zusätzlichen Stress
wichtig für Leber, Niere, Schilddrüse und Nebennieren
gesunde Libido
dein Körper spart im Fight or Flight Modus auch in diesem Bereich ein
gelebte Sexualität und "gesunder Appetit" (auch im Unterleib) sind Indikatoren für dein Stresslevel und wiederum wichtig für die Balance deiner Hormone
Immunsystem
nicht zuletzt wird auch dein Immunsystem hinuntergesetzt
Entzündliche Prozesse oder Allergien haben mehr Chance
Der Weg zurück.
An dieser Stelle noch einmal die Frage:
Was bedeutet Stress für dich?
Nimm dir einen Zettel und schreib alles auf.
Um aus einer wahren Stressspirale herauszukommen, darfst du einerseits so liebevoll und achtsam mit dir sein, wie du kannst. Gleichzeitig braucht es die Entschlossenheit, klare Grenzen zu setzen. Manchmal ist der Berg an Aufgaben und körperlichen Symptomen jedoch so groß, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.
MEIN CONCLUSIO

Dein Zyklus ist der Spiegel deiner Gesundheit und ein ganz sensibles Instrument. Besonders auf dem Weg in die Wechseljahre ist er ein Kompass, der dir zeigt, ob du noch auf deinem Weg bist oder ob der Stress die Führung übernommen hat.
Wenn du dich in diesem Szenario wiedererkennst und momentan (noch) nicht siehst, wie der Weg aus dieser Spirale aussehen könnte, dann melde melde dich für ein Kennenlern-Gespräch. Oft reicht ein gemeinsamer Blick von außen, um die Knoten zu lösen und die ersten Schritte in Richtung Hormonbalance und Wohlbefinden zu gehen.




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