Morgenroutine Dinacharya

Aktualisiert: 10. Mai


Im eigenen (Lebens-) Rhythmus verankert zu sein bedeutet auch, ganz bewusst auf alle Zyklen in deinem Leben zu achten und ihnen nachzugehen: Tages- und Jahreszeit, Menstruationszyklus oder Lebensabschnitt.

Denn eines ist gewiss: vor allem wir Frauen, als durch und durch zyklische Wesen profitieren noch viel mehr davon, in Verbindung damit zu leben und diesen Aspekt letzten Endes auch als Kraftquelle zu sehen.


Das beginnt schon damit, auf welche Weise und mit welcher Energie du deinen Tag startest. Gerade im Herbst ist das besonders wichtig: mit einer guten Routine und einem Lebensrhythmus, der dir entspricht. So stärkst du nicht nur dein METALL-Element, die dazu gehörenden Organe Lunge und Dickdarm inklusive deinem gesamtes Immunsystem, sondern beginnst den Tag auch mit extra Klarheit und Ausrichtung.


Beobachtest du außerdem die Biografie erfolgreicher Menschen wirst du diese Gemeinsamkeit feststellen. Sie alle haben eine sehr gute Routine, die ihnen Halt und Stabilität im Alltag gibt. Ein Gerüst an Ritualen, das ihnen Freiheiten schenkt sich auf ihr eigenes Wachstum zu konzentrieren. Das sie mit täglichen kleinen Schritten ganz bewusst etwas für ihre mentale und körperliche Gesundheit tun lässt.

So macht es gleich doppelt Sinn Achtsamkeit in diesen Bereich zu legen.



It’s a good day to have a good day


Im Ayurveda heißt dieses Morgenritual übrigens Dinacharya und nicht ohne Grund wird ihm auch dort besondere Bedeutung beigemessen: es ist ein liebevolles Ankommen bei dir selbst. Hinsehen, welche Qualität der Tag mit sich bringt und was heute an der Reihe ist. Ein Einstimmen und Ausrichten. Ein Aufladen mit Positiven Gedanken und Dingen, die dir wichtig sind. Ein Stärken für den Trubel des Alltags.



Ich möchte dir hier also Anregungen und Ideen liefern, wie diese erste Morgenroutine aussehen könnte. Auf jeden Fall sollte sie etwas für deinen Körper und deinen Geist enthalten, um dich auf allen Ebenen wirklich ankommen zu lassen. Diese Routine kann sich auch im Jahreskreis, an Wochentagen und -enden unterscheiden. Probier einfach aus, was dich anspricht und du vielleicht in deinem eigenen Ritual integrieren willst. Vielleicht gibt es aber auch ganz andere Dinge, die du ergänze möchtest...




ACHTSAMKEIT


Bevor ich noch meine Bett verlasse, nehme ich mir bewusst Zeit um meinen Tag mit guten Gedanken und in Fülle zu beginnen. Du kannst dazu auch in ein Journal oder Dankbarkeit-Tagebuch schreiben. Ich wiederhole einfach mein Mantra bzw. eine bewusste Affirmation und ein paar Dinge, für die ich aufrichtig dankbar bin. Das bringt sich sofort in einen Good-Mood Modus, der dich nicht so schnell aus der Mitte fallen lässt.




ÖLZIEHEN ODER GANDHUSHA


Ich starte den Tag möglichst IMMER mit Ölziehen, wobei du einen Esslöffel Öl deiner Wahl für ca 10-15min im Mund spülst oder durch die Zähne ziehst. Das Öl anschließend bitte mit einem Taschentuch im Restmüll entsorgen, um die ausgeschiedenen Giftstoffe nicht ins Wassersystem zu bringen. Dann gut ausspülen. Ich liebe die Möglichkeit auf dieses Weise noch etwas schweigen zu können. Ohne Gespräche nur für mich zu sein. Das beeinflusst meinen Gemütszustand für den ganzen Tag.

Achte bitte unbedingt auf hochwertiges, gutes Öl – zB. Leinöl von Farmgoodies!

ZÄHNEPUTZEN UND  ZUNGENSCHABEN


Mundhygiene ist in der TCM und im Ayurveda besonders wichtig, weil der Körper ganz von selbst über nacht entgiftet. Die Rückstände von Ama bzw. Feuchtigkeit, die sich über Nacht auf der Zunge und im Mundraum gebildet haben, sollen daher auch entfernt werden und nicht wieder hinuntergeschluckt werden.

Nehmen dazu nach dem Zähneputzen einen Zungenschaber oder alternativ einen kleinen Löffel und schaben die Zunge von der Wurzel bis zur Spitze sanft damit ab. Für mich ist das wie die morgendliche Dusche für meine Zunge.


NASENSPÜLUNG

Die Nasenspülung oder Nasya mache ich fast das gesamte Jahr über, besonders wohltuend ist sie natürlich in der Erkältung oder Pollenzeit.


Dabei lässt du Salzwasser mit dem Netikännchen von einem Nasenloch durch das andere laufen und reinigest dadurch deine Nebenhölen. Anschließend nicht vergessen, die Nasenschleimhäute gut mit (Sesam-)Öl einzufetten!



INGWERWASSER

Weil dein Körper nach der Nacht meistens etwas dehydriert ist, solltest du am Morgen nicht gleich mit Kaffee oder Tee beginnen, sondern erst einmal Wasser trinken. Ich bereite mir dazu gerne warmes Wasser mit Ingwer, machmal auch Zitrone oder Kurkuma. Damit kurbelst du außerdem deinen Stoffwechsel an und entfachen Agni, das Verdauungsfeuer.


FRÜHSTÜCK HINSTELLEN


Weil mich viele Klientinnen fragen, wie sie ein warmes Frühstück integrieren können, wenn sie wenig Zeit haben oder nicht so lange daneben stehen und warten wollen.

Um noch etwas bei mir zu bleiben finde ich Mediation am Morgen den besten Weg. Finde heraus, welche Art von Meditation dir gut tut und dir entspricht. Sei es Mantren zu chanten, mit Hilfe einer Mediationskette oder einfach in Stille zu sitzen. Für mich der morgendliche Spaziergang mit meinem Hund.

ABYANGA MASSAGE


In der Übergangszeit gönne ich mir so oft wie möglich auch eine anregende, morgendliche Ölmassage. Dazu einfach Öl deiner Wahl erwärmen und dich am ganzen Körper zu massieren. Dieses Ritual ist besonders dazu geeignet, VATA und Stress zu reduzieren, dich gut mit deinem Körper zu verbinden. Es regt außerdem die Durchblutung an und pflegt die Haut. Anschließend einfach mit warmen Wasser gut abspülen.

Diese wahre Selfcare-Ritual ist für mich auch ein ganz wichtiger Anker für den Abend geworden, wenn ich in fordernden Zeiten oder an stressigen Tage nicht zur Ruhe finden kann. Dann lege ich mich auch gerne anstelle der Dusche in die Badewanne und ab ins Bett!


MEDITATION


Um noch etwas bei mir zu bleiben finde ich Mediation am Morgen den besten Weg. Finde heraus, welche Art von Meditation dir gut tut und dir entspricht. Sei es Mantren zu chanten, mit Hilfe einer Mediationskette oder einfach in Stille zu sitzen. Für mich ist dies ganz einfach der morgendliche Spaziergang mit meinem Hund. In Stille.

MORGENPRAXIS


Je nach dem wie viel Zeit ich zur Verfügung habe, folgen noch 10-20min, an den Wochenenden auch eine Stunde Yoga Praxis. Sanfte Bewegung und Dehnungen bereiten mich gut auf den Büro- oder Kliententag vor.

WARMES FRÜHSTÜCK


Weil ich das Frühstück ohnehin schon vorbereitet habe, geht es dann ganz schnell und ich freue mich immer schon darauf. An den Wochenenden hat Alessio auch gerne einmal Pancakes vorbereitet, auf die ich mich dann schon richtig freue. Wichtig ist, dass es leicht und gleichzeitig nährend ist.

Der Benefit von einem warmen Frühstück: deine Verdauung hat weniger Schwerarbeit zu leisten, dein Stoffwechsel wird angeregt und dein System wird schon am Morgen gewärmt.




Achtsam und ganz bei dir in den Tag starten




Achtung. Die Morgenroutine soll wirklich DIR ganz alleine entsprechen und kann auch an freien Tagen bewusst ausgiebiger aussehen, als unter der Woche. Dann zelebriere es vielleicht umso mehr.


Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen, dass es sich lohnt etwas früher aufzustehen und sich gleichzeitig mehr Zeit für sich selbst zu nehmen. Besonders, wenn du einen stressigen Alltag hast. Mittlerweile sind mir die ersten Minuten des Tages  heilig und wann immer ich durch Reisen oder andere Umstände davon abgehalten werde, merke ich das sofort und mir fehlt etwas. Für mich (als sehr luftigen VATA-Typ) ist es auf jeden Fall mehr als eine Bereicherung in meinem Leben, die mir viel Ruhe und Achtsamkeit geschenkt und mich sehr mit meinen Bedürfnissen verbunden hat und die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

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