Ich dachte, ich ernähre mich gut. Mein Omega-3-Test sah anders aus
- vor 2 Tagen
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Meiner Mama geht es seit Jahren nicht gut, wirklich Jahren, nicht Wochen. Angefangen hat alles mit einer Knieentzündung, die irgendwann chronisch wurde. Heute kämpft sie mit Abgeschlagenheit, Verdauungsproblemen, einem fiebrigen Gefühl, das nie ganz weggeht. Ihre Blutwerte sind dabei so, dass ihre Ärztin nicht in die Gänge kommt. Nichts, worauf man den Finger legen könnte.
Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog über stille Entzündungen geschrieben, über Prozesse, die sich lange vor den ersten spürbaren Beschwerden im Körper festsetzen. Seither lässt mich ein Gedanke nicht los: Was, wenn das, was meine Mama heute erlebt, sich schon vor Jahren angekündigt hat, mit genau dieser einen Knieentzündung, die nie richtig ausgeheilt ist?
Also wollte ich es jetzt auch bei mir wissen. Nicht, weil ich akute Beschwerden habe, sondern aus einer nüchternen Überlegung meinen Test auch als Testlauf für sie zu betrachten. Bei meinen Gesundenuntersuchungen war immer alles in Ordnung. Ich ernähre mich gut, nehme bereits Omega 3 - Kapseln. Sollte bei mir etwas auftauchen, wie schaut das dann wohl bei ihr aus?! Und tatsächlich, ein guter Hinweis für sie.

Wie schaut der Test aus?
Ein Trockenbluttest misst, wie es um deine Fettsäuren wirklich steht, nicht um Vermutungen, sondern um konkrete Zahlen. Mein Ergebnis lag in mehreren Bereichen im roten Feld, und das, obwohl ich mich bewusst ernähre und bereits supplementiere. Genau das ist der Punkt, der mich am meisten beschäftigt: gesunder Lebensstil und Kapseln heißen gar nichts, wenn die Dosis zu niedrig ist. Und bei den meisten Präparaten ist genau das der Fall.
Mein Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis liegt bei 10:1 !
Nicht ausbalanciert, um es milde zu sagen. Zum Vergleich: als gesundes Verhältnis gelten Werte zwischen 1:1 und maximal 5:1. Mein Schutzwert, ein zusammenfassender Indikator dafür, wie gut mein Körper aktuell gegen stille Entzündungsprozesse abgesichert ist, liegt bei 10 Prozent. Unzureichend. Kurz zusammengefasst: mein Körper hat aktuell zu wenig von dem, was Entzündungen bremst, und im Verhältnis zu viel von dem, was sie befeuert.

Was diese Werte eigentlich bedeuten
Omega-3-Fettsäuren sind Baustoff deiner Zellmembranen. Sitzen genug davon drin, bleiben deine Zellen elastisch und durchlässig, Nährstoffe kommen rein, Abfallstoffe kommen raus. Fehlt Omega-3 und dominiert stattdessen Omega-6, werden die Membranen starrer. Der Stoffaustausch stockt, und genau dieser stockende Prozess ist einer der stillen Entzündungsherde, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe: keine Schmerzen, kein Fieber, aber ein Körper, der im Hintergrund permanent im Alarmzustand läuft.
Das Thema stille Entzündungen wird vor allem interessant, wenn sich Hormonpegel verändern.
Für uns Frauen kommt noch etwas dazu, das mich beruflich besonders interessiert. Östrogene beeinflussen als unsere dominierenden Sexualhormone der ersten Zyklushälfte nicht nur unseren Zyklus, sondern hat auch einen stark entzündungshemmnden Effekt. Mit den sich verändernden Hormonpegel hinein in die Zeit des Wechsels verlieren wir auch diesen Schutz. Entzündliche Prozesse werden leichter möglich.
Gleichzeitig regelt Omega-3 nicht nur Entzündungswerte, sondern auch, wie gut deine Hormone an ihren Rezeptoren andocken können, weil auch das über die Fluidität deiner Zellmembranen läuft. Ein niedriger Omega-3-Status wird immer wieder mit stärkerem PMS, unruhigerem Zyklus und ausgeprägteren Wechseljahresbeschwerden in Verbindung gebracht. Das ist also kein Zufall, das ist Biochemie.

Warum Kapseln allein oft nicht reichen
Woran das liegt: Viele handelsübliche Omega-3-Präparate liefern nur 100 bis 200 mg EPA und DHA pro Kapsel.
Empfohlen werden aber mindestens 1.000 mg täglich, bei einem bestehenden Mangel eher 2.000 mg.
Wer das über Kapseln decken will, landet schnell bei zehn oder mehr Stück am Tag, das nimmt realistisch niemand dauerhaft. Genau da werde ich jetzt ansetzen und in einigen Monaten erneut testen, um zu sehen, was sich wirklich verändert hat.
Was das jetzt für meine Mama bedeutet hat...
Sie hat sich ihren Wert bisher nie angeschaut, weil niemand sie danach gefragt hat und ihre Blutwerte auf dem Papier unauffällig sind. Mein Ergebnis war für sie der Anstoß, es jetzt endlich selbst zu wissen und hat auch schon ihren Test abgeschickt.
Nicht, weil ein Omega-3-Wert automatisch erklärt, was bei ihr seit Jahren nicht stimmt, sondern weil es einer der wenigen Bausteine ist, die sich mit einem einfachen Test überhaupt greifbar machen lassen, wenn die Standarddiagnostik an ihre Grenzen stößt.
Wenn du selbst öfter denkst, irgendwas stimmt bei mir nicht, ohne dass jemand einen konkreten Befund liefert: du bist damit nicht allein, und ein Blick auf deine Fettsäurewerte kann ein erster, sehr konkreter Ansatzpunkt sein.
Bist du jetzt auch neugierig geworden, wie es um deine Werte steht? Schreib mir eine Mail an hello@martinamuellner.at, wir schauen uns das gemeinsam an - kostenfrei.
Dieser Beitrag basiert auf meinem eigenen Testergebnis vom 13. 08. 2026 und allgemein zugänglichen Informationen zu Omega-3-Fettsäuren. Er ersetzt keine ärztliche Abklärung.




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