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Ständig müde, aufgedunsen, gereizt? Was stille Entzündung mit deinen Hormonen zu tun haben

  • 13. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Seit Jahren habe ich Frauen in meiner Praxis, die genau das Gleiche sagen: „Also eigentlich mach ich doch eigentlich alles richtig." Gesund essen, Sport, Schlaf – und trotzdem : Gelenke, die morgens weh tun. Haut, die einfach spannt. Ein Nebel im Kopf, der auch nach dem zweiten Espresso nicht weggeht.

Ich habe das oft genug gesehen - vor allem bei Klientinnen zwischen Mitte 30 und Anfang 50 - um zu wissen: Das ist kein Zufall.

Es hat einen Namen, den kaum jemand kennt, weil er in keinem Blutbild als Alarm aufleuchtet: stille Entzündung, „silent inflammation". Kein Fieber, keine Schwellung, kein Befund, der eindeutig ist. Wie eine sanfte Glut, die Jahre im Hintergrund läuft, bevor sie überhaupt auf dem Radar auftaucht – und die genau dann anfängt, laut zu werden, wenn sich die Hormone Richtung Wechsel verschieben. Deshalb schreibe ich heute darüber.



Brennende Rose - stille Entzündung in den Wechseljahren

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Was ist eine stille Entzündung?


Entzündung an sich ist erstmal nichts Schlechtes – sie ist Teil deiner normalen Immunabwehr, läuft ständig irgendwo im Körper ab und heilt bei einer Verletzung oder Infektion meist folgenlos wieder aus. Gefährlich wird es erst, wenn sie nicht mehr abklingt, sondern zum Dauerzustand wird. Genau das ist eine stille Entzündung – im Englischen „silent inflammation" oder „low-grade inflammation": ein chronischer, niedriggradiger Entzündungsprozess ohne die klassischen Warnsignale einer akuten Entzündung wie Rötung, Schwellung oder Fieber. Sie läuft im Hintergrund, oft über Jahre, und wird meist erst über Laborwerte sichtbar, wenn überhaupt danach gesucht wird.




Warum Hormonveränderungen stille Entzündungen auslösen

Östrogen ist eine der stärksten entzündungshemmenden Substanzen, die dein Körper produziert. Solange der Spiegel stabil ist, bremst es Entzündungsprozesse ziemlich zuverlässig aus. Sinkt Östrogen – in der Perimenopause, im Übergang in den Wechsel, aber auch schon durch die hormonellen Schwankungen im Zyklus selbst –, fällt dieser Schutz Stück für Stück weg. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Östrogenrezeptoren, die diesen Effekt eigentlich vermitteln. Zwei Bremsen lösen sich gleichzeitig.


Dazu kommt oft eine Verschiebung im Bauchbereich, mit dem so viele Frauen zu kämpfen haben: mehr viszerales Fett, das selbst aktiv entzündungsfördernde Botenstoffe ausschüttet. Ein hormoneller Mechanismus, kein Versagen deinerseits – der sich mit den passenden Stellschrauben beeinflussen lässt, aber eben verstanden werden muss, bevor man daran drehen kann.




Symptome stiller Entzündung im Zyklus und in der Perimenopause



Stille Entzündung zeigt sich nicht als ein Symptom, sondern als ein Muster aus vielen kleinen, die einzeln betrachtet harmlos wirken:


  • Gelenkschmerzen, oft zuerst in den kleinen Fingergelenken

  • Brain Fog

  • Trockene Augen, trockene Schleimhäute

  • Haut, die spannt, gereizt reagiert oder plötzlich Rosacea-artige Rötungen zeigt

  • Zahnfleischentzündungen, die auftauchen, obwohl sich an der Mundhygiene nichts geändert hat

  • Chronische Erschöpfung

  • Schlafstörungen oder sich einfach nicht erholt fühlen am Morgen

  • Hitzewallungen

  • Verdauungsbeschwerden, Blähungen, ein Darm, der launischer wird

  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen

  • Kopfschmerzen, oft diffus und ohne erkennbaren Auslöser

  • Muskelschmerzen und -schwäche, die sich nicht durch Training erklären lassen

  • Erhöhte Infektanfälligkeit - du wirst öfter krank als früher

  • Gewichtszunahme im Bauchbereich, trotz gleichbleibender Ernährung


Für sich genommen: alles Kleinigkeiten, die man wegerklären kann. Zusammen genommen: ein Muster, das mit dem Zyklus und mit dem Hormonabfall in Richtung Wechsel zu tun hat und auf keinen Fall pure Einbildung ist.



Erkennst du dich in ein paar Punkten wieder?
Den Status-Quo zu kennen kann augenöffnend sein. - Bei mir war es so.



Was stille Entzündungen zusätzlich begünstigt?!


Der Hormonabfall ist der Hebel, den du in dieser Lebensphase nicht selbst umlegen kannst. Daneben gibt es aber eine Reihe an Faktoren, die stille Entzündung zusätzlich anheizen oder eben bremsen – und die tatsächlich in deiner Hand liegen.


Chronischer Stress gehört dazu: Dauerhaft erhöhtes Cortisol bringt die Immunregulation aus dem Takt. Schlafmangel, weil sich das Immunsystem im Schlaf regeneriert und genau das ausfällt, wenn du zu wenig oder zu schlecht schläfst. Bewegungsmangel, der den Stoffwechsel verlangsamt. Eine stark verarbeitete, zuckerreiche Ernährung, die die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringt. Alkohol und Nikotin, die oxidativen Stress fördern. Und ein Ungleichgewicht im Darmmikrobiom, das die Darmschleimhaut durchlässiger macht. Keiner dieser Punkte erklärt stille Entzündung allein – zusammen mit dem Hormonabfall bilden sie aber genau die Stellschrauben, an denen sich etwas verändern lässt.




Warum das gerade in der Perimenopause so wichtig wird


In den Jahren vor der Menopause verändert sich dein Hormonhaushalt nicht linear, sondern in Wellen. Manche Zyklen mit ausreichend Progesteron und Östrogen, andere mit deutlichen Einbrüchen. Genau in diesen Einbrüchen bekommt die stille Entzündung Raum, sich festzusetzen.

Auf lange Sicht begünstigt sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beschleunigten Muskel- und Knochenabbau, Insulinresistenz und wird mit neurodegenerativen Prozessen in Verbindung gebracht. Kein Grund zur Panik – aber ein guter Grund und Aufruf, genauer hinzuschauen!


Wer wissen will, wo man selbst gerade steht, kann das übrigens messen lassen! Ich habe nicht nur bei mir einen Test machen lassen, sondern auch gleich mit meiner Mama gemacht. Bei ihr hat sich das Thema nicht nur in langjährigen Verdauungs- und Schlafproblemen wie auch Antriebslosigkeit gezeigt, sondern schlussendlich mit einer Entzündung im Knie laut aufgeschrien. In beiden Fällen war das Ergebnis jedenfalls sehr wachrüttelnd. (mehr dazu in diesem Blogbeitrag)



Möchtest du herausfinden, was bei dir gerade Status quo ist? Dann schreib mir doch an hello@martinamuellner.at

Freu mich auf dich, deine Martina


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